In diesem Beitrag möchte ich gerne 2 Fragen näher angehen. Erstens was ist ein Y-Schnitt und zweitens wozu macht man eigentlich einen Y-Schnitt bzw. wozu dient ein Y-Schnitt.

In vielen verschiedenen Krimi Serien habt ihr sicherlich bei der Leiche auf der Brust nach der Autopsie eine zugenähte Y Form gesehen bzw. die Kamerafahrt hat es ansatzweise gezeigt.

Angenommen da ist eine Person verstorben. Man weis leider nicht an was diese Person verstorben ist. Also muss der Gerichtsmediziner bzw. der Pathologe an der Leiche eine Autopsie durchführen, um die Todesursache heraus zu finden. Es gibt 2 unterschiedliche Obduktionsarten, einmal die klinische Obduktion und einmal die gerichtsmedizinische Obduktion.

Beide unterscheiden sich leicht aber im Endeffekt sind sie auf eine Art und Weise dennoch gleich.

Die klinische Obduktionen

Die klinische Obduktion kann vom behandelnden Arzt als auch von den Angehörigen des Verstorbenen in Auftrag gegeben werden, um z.B. Behandlungsfehler zu erkennen bzw. auszuschließen. Eine klinische Obduktion kann aber auch angeordnet werden, um Versicherungsfragen zu klären. Es wird heraus gefunden ob eine Berufserkrankung zum Tod geführt hat oder ob bestimmte Vorerkrankungen verschwiegen wurden oder ähnliches. Schließlich dient die klinische Obduktion auch der Fortbildung von Ärzten und anderem medizinischen Personal in Kliniken und Krankenhäusern.

Die gerichtsmedizinische Obduktionen

Gerichtsmedizinische Obduktionen werden immer von zwei Ärzten durchgeführt. Einer von ihnen muss ein Facharzt für Rechtsmedizin sein. Im Unterschied zur klinischen Sektion wird bei der gerichtsmedizinischen Obduktion zusätzlich eine toxikologische Untersuchung vorgenommen sowie der Todeszeitpunkt für den Verstorbenen ermittelt.

Quelle: https://tinyurl.com/y5k5d4vm

Die Autopsie wird außerdem aus Sicht des Gerichtsmediziners in 2 Perspektiven durchgeführt, einmal die äußere Besichtigung und einmal die innere Besichtigung der Leiche.

Bei der äußeren Besichtigung werden Tätowierungen, Narben, Pigmentflecken, Operationswunden und sichtbare Verletzungen dokumentiert. Der Zustand von Gebiss und Zähnen spielt durchaus eine wichtige Rolle, wenn ein unbekannter Verstorbener identifiziert werden muss. Daher werden auch diese Informationen genau im Obduktionsbericht festgehalten. Neben den körperlichen Merkmalen hält der Rechtsmediziner auch fest, welche Bekleidung, Schmuck und andere Gegenstände der Verstorbene am Körper trägt.

Bei der inneren Leichenschau werden der Schädel, die Brust- und die Bauchhöhle geöffnet und die Organe des Verstorbenen freigelegt. Der Pathologe oder Rechtsmediziner öffnet dazu den Oberkörper des Leichnams mit einem Y-Schnitt oder T-förmigen Schnitt. Er entfernt das Brustbein und die angrenzende Rippen, gelangt so an die Organe des Verstorbenen bzw. der Leiche. Er entnimmt die einzelnen Organe, beschreibt detailgetreu ihren Zustand und untersucht sie auf krankheitsbedingte Veränderungen. Für weitere Untersuchungen werden von wichtigen Organen und gegebenenfalls von den Körperflüssigkeiten Proben entnommen.

Quelle: https://tinyurl.com/y35u8h7u

Zum Abschluss der Obduktion werden die entnommenen Organe wieder zurückgelegt und gegebenenfalls entstandene Hohlräume mit Zellstoff aufgefüllt. Dadurch wird die natürliche Form des Körpers erhalten. Die Schnitte werden zugenäht und der Körper wird gewaschen. Nach der Autopsie kann der Verstorbene von einem Bestatter angekleidet und in einen Sarg gelegt werden. Je nachdem, wie die Bestattung gewünscht wird, kann der Verstorbene danach zur Einäscherung in ein Krematorium überführt werden, oder für die Beerdigung in einem Sarg vorbereitet werden.

Ich hoffe ich konnte euch auf eine grobe Art und Weise kurz veranschaulichen wie so eine Autopsie in der Gerichtsmedizin abläuft. Ein ganz spannendes Thema ist diese Gerichtsmedizin und gehört nun mal zu einem guten Krimi dazu. Ich persönlich mag es sehr, wenn in einer Krimi Serie der Gerichtsmedizinvorgang detailliert und genau gezeigt wird. Für Leute mit schwachen Nerven ist das ganze viele Blut und Knochen sicherlich nichts, aber jemand der Krimi Serien sehr mag gehört diese Perspektive nun mal dazu. Wenn in einer Krimi Serie ein guter, authentischer Gerichtsmediziner vorhanden ist, dann ist die halbe Miete schon drin.

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