Die meisten Krimi Serien Zuschauer unter uns haben sicherlich diesen Begriff „Viktimologie“ noch nicht gehört und wissen nicht, was man drunter versteht. Ich möchte gerne mit diesem Artikel nur Grob das Thema „Viktimologie“ anreisen, damit Sie eine ungefähre Vorstellung haben, was das überhaupt bedeutet. Sicherlich ist dieses Thema unter den Kriminologen ziemlich groß, ausgedehnt und Breit vorhanden, aber ich will mit diesem Artikel nur das nötigste kurz erläutern, sonst würde es unsere Zeit und Ressourcen regelrecht sprengen.

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Der Beitrag führt ein in die Wissenschaft vom Opfer und damit in die Perspektive der „Viktimologie“. Es werden die wichtigsten Begriffe, Erkenntnisse und Forschungsergebnisse dieser Disziplin gezeichnet, um nach Aspekten und „nicht konformen“ Anteilen des gesellschaftlichen, institutionellen Umgangs mit den Opfern zu fragen. In diesem Zusammenhang werden ausgewählte Konzepte und Theorien zur Deutung und Erklärung von Phänomenen sekundärer und tertiärer Viktimisierung vorgestellt, wie sie nicht nur, aber auch im Kontext staatlicher Konfliktverarbeitung vorkommen. Abschließend befragt der Kriminologe seine Ausführungen, wie sich eine gesunde Justiz aus viktimologischer Perspektive darstellen könnte.

Ein Opfer ist jede natürliche oder juristische Person, die durch eine Straftat einen Schaden erlitten hat. Dabei ist es egal, ob es sich um einen monetären oder einen körperlichen Schaden handelt. Ebenfalls erfasst sind ganze Organisationen oder Rechtsgemeinschaften als auch Kollektivopfer. Mit folgenden Untersuchungsgegenständen beschäftigt sich die „Viktimologie“: einmal Vorfeld, einmal Viktimisierung und zuletzt die Reaktion auf die Viktimisierung.

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Der Begriff Viktimologie wurde aus dem lateinischen Wort victima = Opfer abgeleitet. „Viktimologie“ ist die Lehre vom Opfer. Hauptsächlich geht es um den Prozess des Opferwerdens, das Anzeigeverhalten, das Verhältnis zwischen Täter und Opfer sowie die Stellung des Opfers in einem Strafverfahren. Wesentliche innerhalb der „Viktimologie“ zu klärende Fragestellungen sind neben Viktimisierungsprozessen das Anzeigenverhalten von Opfern, prophylaktische Maßnahmen zur Verhinderung einer Opferwerdung und Möglichkeiten der Berücksichtigung von Opferinteressen bei der Wiedergutmachung und Entschädigung.

Sämtliche Definitionen der „Viktimologie“ sind sich darin einig, dass es sich um eine empirische Disziplin handelt, woraus folgt, dass ihr Untersuchungsgegenstand Erfahrungen zugänglich ist. Übliche Untersuchungsmethoden sind die Analyse der offiziellen Kriminalstatistiken, Täterbefragungen, Dunkelfelduntersuchungen und Opferbefragungen. Die Methoden weisen jeweils spezifische Vorteile aber auch Nachteile auf, so dass die umfassende Erhebung der Viktimisierung mit keiner dieser Methoden vollständig möglich ist.

Der Begriff des Opfers ist keineswegs so eindeutig, wie er auf den ersten Blick erscheinen mag. Ausschlaggebend für die Charakterisierung eines Opfers ist zunächst ein entstandener Schaden. Dieser mag materiell sein oder in Form einer psychischen oder physischen Schädigung eingetreten sein. Geschädigter kann eine natürliche oder auch eine juristische Person sein.

Jedoch stößt diese Definition an ihre Grenzen, wenn wir an opferlose Verbrechen wie z.B. Umweltvergehen denken (z.B. Ölverschmutzung in der Nordsee). Wer gilt hier das Opfer? Die Umwelt, Nordseefischer, Strandurlauber, die Gesellschaft als Ganzes oder was ganz anderes ? Den Eintritt eines Schadens als qualifizierendes Merkmal zu erheben bringt weitere Probleme mit sich. So erscheint es nicht angebracht, Opfer eines Brandschadens ihre Opferrolle abzusprechen, wenn der Schaden auf eine Naturkatastrophe und nicht auf eine absichtliche Brandstiftung zurückzuführen ist.

Weiterhin ist für die „Viktimologie“ die Beziehung zwischen Furcht vor dem Verbrechen und Opferwerden von Bedeutung und Interesse. Die Furcht vor dem Verbrechen ist ein komplexes Phänomen, in welchem sich kognitive und verhaltensbezogene Aspekte verbinden. Zum einen stellt sich die Frage, ob die Viktimisierung die Furcht vor dem Verbrechen steigert, zum anderen, ob die Furcht vor dem Verbrechen direkt oder über spezifische Vermittlungsprozesse Viktimisierung hervorrufen kann.

Belegbar ist, dass diese Furcht in allen Bevölkerungsschichten vorhanden und genauso wie das Risiko Opfer zu werden, in der Masse nicht gleichermaßen vorzufinden ist. Zu vermuten steht, dass die Kriminalitätsfurcht weniger mit konkret vorausgesehenen oder erlebten Opfererfahrungen als mit der persönlichen Einschätzung der eigenen Verletzbarkeit von Opferereignissen und deren Folgen zu tun hat.

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Statt dessen wird aus der Kriminalitätsaufklärung ein spannendes Spiel, ein Sport gemacht. Das Problem der sozialen Kontrolle der Kriminalität wird auf die punktuelle Einzelfrage der Verbrechensaufklärung reduziert.

Das Opfer wird vor Beginn der Viktimologie nicht beachtet. So werden auch die Rollen des Opfers und des Täters nur isoliert betrachtet und in die aktive, schuldige Rolle des Täters und die passive, unschuldige Rolle des erleidenden Opfers unterteilt. Aus viktimologischer Sicht gilt es soziale Beziehungen in objektive und subjektive zu unterscheiden. Diese Beziehungen leben in Wechselwirkung und Gegenseitigkeit und „setzen wechselseitige Einwirkungen und Verhaltensformen voraus, einschließlich der dahinter stehenden Motivationen, Sinngebungen und Zwecksetzungen.“

Die Arten der sozialen Beziehungen sollen anhand von verschiedenen Aspekten und Perspektiven erläutert werden. Allerdings ist anzumerken, dass diese Beziehungen ineinander übergehen und nicht deutlich voneinander getrennt werden können.

Sie merken aus Sicht eines Kriminologen ist dieses Thema so komplex, das man dies nicht an einem Tag abarbeiten kann, denn man muss bei der „Viktimologie“ extrem viele Punkte, Faktoren, Ereignisse und ähnliche Dinge berücksichtigen, ein extrem komplexes Thema. Kein Wunder das Kriminologen diesen Beruf über Jahre hinweg studieren müssen, weil die Thematik des Kriminologen extrem aufwendig ist. Es ist keine Seltenheit, das man in diesem Beruf mit der Zeit gehen muss und sein Wissen an die aktuelle Zeit anpassen muss, sprich sein Wissen mit weiteren Seminaren, Vorträgen, Büchern und andere Quellen erweitern muss.

Ich persönlich habe vor dem Beruf Kriminologe einen extrem großen Respekt. Nicht nur die Kommissare oder Polizisten sollten die Anerkennung erhalten pro gelösten Fall, sondern ebenfalls die Kriminologen, denn deren Arbeit sorgt dafür, das man den Täter am Ende schnappt. Alle Beteiligten, sei es der normale Polizist, Kriminologe, Gerichtsmediziner, Kommissar und andere Beteiligten müssen sehr gut als Team agieren, damit man komplizierte Fälle gemeinsam lösen kann. Erst das gesamte Team, der Zusammenhalt und die Zusammenarbeit sorgst dafür, das man in diesem Berufsfeld voran kommt und Fälle erfolgreich löst.

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