Wie Sie ja wissen stehe ich total auf Krimis jeglicher Art, sei es in Buchform oder in Serienform. Ich schaue gerne Krimiserien an, aus Deutschland, hauptsächlich aus den skandinavischen Ländern, sogar Varianten aus Australien und anderen exotischen Ländern sind gern gesehen bei mir, so lange es sich um Krimis geht und in der Serie um Mordermittlungen bzw. Tatbestände geht, dann bin ich Feuer und Flamme und bin mit Herzblut dabei.

Deutschland ist bekannt dafür, das die Zuschauer hier in unserem Land Krimis lieben ohne Ende – der Grund, den lassen wir mal beiseite (wird demnächst in einem anderen Artikel genauer beschrieben). Sie kennen ja die Serie Tatort, ehrlich gesagt als Krimi Liebhaber nichts weltbewegendes für mich persönlich. 51 Staffeln mit je fast 20 Episoden und das über Jahre hinweg. Es gibt nichts Neues, es gibt nichts weltbewegendes, immer der gleiche Ablauf, es gibt nichts was einem fesselt beim Tatort, zumindest die meisten Folgen, dennoch wird es durch das Publikum regelrecht verschlungen hier in Deutschland.

Für mich ehrlich gesagt total unbegreiflich, aber das ist auf einem anderen Blatt geschrieben. Es heißt ja leider nicht umsonst „das was der Bauer nicht kennt, das frisst er auch nicht“ und genau diese Vorgehensweise und Verhalten macht das deutsche Publikum zum größten Teil sehr gerne. Fast jede Tatort Folge ist ähnlich aufgebaut, fast die gleichen Dialoge, fast die gleichen Szenen, nur eben mit anderen Ermittlerpaaren versehen und das war es dann auch schon meistens leider – nichts Neues eben. Sind wir doch mal ehrlich, größter Teil des deutschen Publikums ist doch gar nicht bereit für was Neues. Alles was Neu oder Einzigartig oder Individuell ist, davor hat der Deutsche grundsätzlich erst mal Angst oder geht sehr sehr vorsichtig ran, die Risikobereitschaft ist nicht gern gesehen hier in Deutschland.

Hand aufs Herz es gibt nach meinem Empfinden tatsächlich 2 Krimiserien hier in Deutschland, die wirklich gut umgesetzt worden sind, einmal Helen Dorn und einmal Kommissarin Heller, wobei die letzte Abschlussepisode von „Kommissarin Heller – Panik“ nicht gut umgesetzt worden ist nach meinem Empfinden, der Rest schon. Lag wahrscheinlich wohl möglich daran, das die Hauptdarstellerin Lisa Wagner die Drehbuchautoren und die deutsche Fernsehlandschaft kritisiert hat und die Serie nach „Panik“ Episode verlassen hat. Diese 2 Serien riskieren viel mit der „anderen“ Art der Umsetzung und das kommt tatsächlich gut an beim Publikum. Der Quotenmeter zeigt es mehr als deutlich wie ich finde.

Sie sagte, ich zitiere: „An den Drehbüchern könnte einfach länger und sorgfältiger gearbeitet werden. Das hängt meistens nicht an den Drehbuchautoren. Die müssen einfach so viel produzieren, dass der Feinschliff oft unter die Räder kommt. Für gute Dialoge muss man richtig lange am Schreibtisch sitzen. Das merkt man dann nicht nur am Endprodukt, sondern auch am Set.“

Die Frage die sich bei mir stellt ist, ist diese Kritik berechtigt oder nicht seitens Frau Wagner. Wenn ich den Einheitsbrei bzgl. Tatort so betrachte, dann würde ich sagen ja definitiv ist die Kritik seitens Frau Wagner berechtigt, denn man bekommt Woche für Woche im deutschen Fernsehen immer das gleiche Schema an Krimis unter die Nase gerieben.

Wie schon gesagt bei Helen Dorn und Kommissarin Heller habe ich eine ziemlich große Ausnahme gemacht, denn diese beiden Krimis als deutsche Produktionen sind wirklich gut umgesetzt und spannend zugleich, aber der restliche Einheitsbrei ala Tatort, die verdienen tatsächlich die Kritik, so wie es Frau Wagner geschildert hatte.

Übrigens ich finde die Lisa Wagner als Schauspielerin verdammt gut. Ihre Mimik, ihre Gestik je nach Folge und Fall, die schauspielerische Leistung auf den Punkt gebracht – man merkt sehr gut, diese Frau hat Ahnung von der Schauspielerei und Sie tut es sehr gut in die Tat umsetzen und das zeichnet Sie nach meiner Meinung aus. Ich finde die Frau Wagner sollte mehr Beachtung im deutschen Fernsehen bekommen, denn diese Frau hat es im positiven Sinne ausgedrückt extrem Faust dick hinter den Ohren.

Die meisten deutschen Krimis sind gleich aufgebaut, gleicher Ablauf, gleiches Schema, gleiche Szenen, gleiche Dialoge, gleiche Bilder, nichts individuelles oder außergewöhnliches zu sehen, immer das gleiche im deutschen Fernsehen, was Krimis betrifft. Das ist auch einer der Gründe, warum ich persönlich geschwenkt bin Richtung skandinavische „nordic noir“ Serien, denn diese Art von Krimiserien sind individuell gestaltet, einzigartig umgesetzt, extrem spannend und fesselnd zugleich.

Bei skandinavischen „nordic noir“ Serien wird sicherlich jemand ermordet wie im deutschen Krimi ebenfalls, aber der Ablauf ist besser aufgebaut, nicht so langweilig, nicht so eintönig, eben spannender und mit Fingerspitzengefühl gute Szenen inszeniert. Die Dialoge sind deutlich besser geschrieben, der Szenenaufbau ist konzeptionell betrachtet individueller gestaltet, eben besser umgesetzt, nicht dieser Einheitsbrei wie im deutschen Fernsehen ala Tatort.

Ich finde die Drehbuchautoren hier in Deutschland sollten nicht unter Zeitdruck gesetzt werden seitens der Bosse und Chefs. Man sollte den Drehbuchautoren mehr Zeit geben, um bessere Dialoge in die Serie zu integrieren. Individualität ist wichtig, damit eine Serie erfolgreich wird und beim Publikum gut ankommt. Ich finde die Regieabteilung und die Autorenabteilung sollten besser gemeinsam arbeiten, statt gegeneinander. Man merkt das als Krimiserien Zuschauer in manch einer deutschen Produktion, das die Regieabteilung und die Drehbuchautoren wieder einmal hier und da gegenseitig an die Gurgel gegangen sind. Diese Streitereien und Sticheleien fließen dann in die Produktion mit ein und siehe da, wieder der gleiche Einheitsbrei, nichts Neues eben, einfach nur langweilig aus meiner Perspektive aus betrachtet.

Außerdem sollte die deutsche Fernsehproduktion mehr Geld in die Produktion rein stecken, um die Qualität und die Individualität zu fördern, damit das Endprodukt besser gestaltet wird. Aber was sage ich, statt das Geld in die Produktion zu stecken, steckt man das Geld lieber in die Gehälter der „großen“ Journalisten und Intendanten. So lange in den Köpfen und das Verhalten der „big player“ da oben sich nichts ändert, so lange wird sich das Umsetzen der Produktionen hier in Deutschland ebenfalls nichts ändern und wir bekommen wie jede Woche wieder den gleichen Einheitsbrei serviert – und deswegen sage ich als Fazit Frau Lisa Wagner hat definitiv Recht mit Ihre Aussage.

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