Dieses Buch habe ich vor kurzem gekauft (danke an meinem Buchhändler, der mir rechtzeitig Bescheid gesagt hat) und inzwischen komplett auch durchgelesen.

Tja also es fällt mir sehr schwer darüber zu reden, weil dieses Buch auf seine eigene Art und Weise den Leser innerlich oder zumindest gedankentechnisch sehr treffen kann.

Wie soll ich jetzt am Besten anfangen, ohne einen entscheidenden spoiler Ihnen zu verraten ? Es gibt einen Polizisten mit dem Namen Sochiro Kaji.

Bei seinen Kollegen genießt er eine Art vorbildliche Funktion, weil er nämlich durch und durch ein echter guter Bulle ist. Die Polizeibehörde befindet sich in der japanischen Präfektur W.

Die Regeln hält er 100 % ein, seine Anzahl an gelösten Fälle spricht eine eindeutige Sprache für sich, er ist zuvorkommend, nett, freundlich, klug und hilfsbereit. So sollte eigentlich ein guter Polizist sein, der sein Beruf mit Leib, Leben und Herz liebt und auch ausübt. Sochiro ist so einer.

Eines Tages kommt der 49 jährige Sochiro in die Polizeibehörde und stellt sich selber. Er zeigt sich selber an und gibt folgendes zum Protokoll. „Ich habe auf die Bitte von meiner Frau hin, die sehr schwer an Alzheimer erkrankt ist, Sie eiskalt umgebracht.“

Die anderen Kollegen sind absolut sprachlos. Ausgerechnet Sochiro ! Kaum zu glauben, das Sochiro seine Frau umgebracht hat. Dieser Fall ist eindeutig und deswegen wird Sochiro verhaftet. Kriminalkommissar Kazumasa Shiki wird mit dem Verhör von Polizist Sochiro beauftragt.

Bei der Vernehmung und der Analyse des Gespräches findet Kazumasa heraus, da stimmt was nicht. Diese ganzen Lücken beim Geständnis und all diese feinen Ungereimtheiten, die man beinahe nicht erkennen könnte, sprechen eine andere Sprache.

Aus Sicht der Justiz und den anderen Kollegen ist dieser Fall eindeutig. Der Schuldige ist und bleibt Sochiro. Kazumasas Bauchgefühl sagt aber was anderes und deswegen macht er sich an die Arbeit, aber auf eigene Faust.

Kazumasa geht in die Wohnung von Sochiro und untersucht die Bude von oben bis unten. Er findet eine rätselhafte Kalligrafie mit den Worten „Der Mensch lebt 50 Jahre.“ Sochiro ist 49 Jahre alt. Anscheinend will Sochiro Selbstmord begehen ! In einem Jahr ist es soweit.

Wieso möchte Sochiro ausgerechnet mit 50 sein Leben beenden ? Was ist eigentlich tatsächlich geschehen ? Hatte das Ehepaar Kaji ein Geheimnis und wenn ja welches ?

Inhalt – ( ! Achtung spoiler Alarm ! )

Als vorbildlicher Polizist genießt Sochiro Kaji bei seinen Kollegen der Präfektur W in der japanischen Provinz einen tadellosen Ruf. Bis sich der 49-Jährige eines Tages selbst anzeigt und angibt, seine an Alzheimer erkrankte Frau auf ihren Wunsch hin getötet zu haben.

Der Fall scheint eindeutig, doch Kriminalkommissar Kazumasa Shiki findet keine Ruhe, denn Kajis Geständnis weist rätselhafte Lücken auf. Als er auf eigene Faust weiterermittelt, stößt er in Kajis Wohnung auf eine Kalligrafie mit den Worten: »Der Mensch lebt 50 Jahre«. Offenbar hat Kaji vor, sich in einem Jahr das Leben zu nehmen. Aber warum ausgerechnet dann? Quelle: https://amzn.to/2Y3XpwW

nette Thriller Buchvorstellung „64“

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sehr interessante Ansicht eines Lesers zum Buch „64“

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eigene Meinung

Also eins muss man Hideo Yokoyama lassen, dieser Kerl hat Ahnung und zwar gewaltig, wie man den Leser in seinen Bann ziehen kann. Der hat mit dem Kriminalroman „50“ ein Buch geschrieben, hulla die Waldfee, da tanzt der Bär aber heftigst.

Nicht mit Gewalt, Brutalität oder Grausamkeit, sondern mit ganz anderen Sachen und Dinge, auf die Sie niemals draufkommen würden. Aber dennoch hat es auf seine Art mit einem Krimi was zu tun.

Ich kenne ein paar japanische Schriftsteller, habe auch ein paar Bücher von japanischen Schriftstellern, die verdammt gute Bücher geschrieben haben, aber dieser Hideo, der legt nochmal die Messlatte nach oben und das gefällt mir sehr.

Wie ich schon bereits gesagt habe, viel Gewalt oder viel Blut finden Sie in diesem Buch nicht, denn die Stärken liegen wo ganz anders. Es geht nämlich um Regeln, Anstand und Scham, aber eben auf eine ganz andere Art und Weise.

Ich kann leider aus spoiler Gründen nicht näher eingehen, sonst würde ich viel zu viel verraten, aber Sie können mir eins glauben, dieses Buch ist ein hoch interessantes Kriminalroman. Sie werden im Laufe der Geschichte eventuell Verständnis zeigen, zumindest auf die eine oder andere Schiene.

Ich kann sowohl Sochiro als auch Kazumasa verstehen, aber dennoch ist Gewalt ist keine Lösung. Das Problem ist, das die Japaner in manchen Bereichen ganz anders ticken als die Europäer. Zwar sind Regeln, Anstand und Scham für uns Europäer auch wichtig, aber nicht so derbe gewichtig wie bei den Japanern.

Aber eins kann ich Ihnen auf jeden Fall versichern, dieser Hideo und sein Buch „50“ ist so verdammt gut geschrieben, ganz ehrlich das war aus kriminologischer Sicht ein Kunstwerk auf hohem Niveau.

Ich habe lange, lange, lange kein so ein geniales Buch gelesen wie „50“. Verneige mich ehrfürchtig vor Hideo Yokoyama für diese grandiose Leistung und kann wärmstens Ihnen allen dieses Buch ohne mit der Wimper zu zucken weiter empfehlen.

Unbedingt lesen, ein must have für alle Krimi Fans.

Rezensionen

Hier habe ich ein paar verschiedene Meinungen, die auch Sie bestimmt begeistern wird.

Frankfurter Rundschau sagt, ich zitiere: „… von innen heraus erschließe sich so ein „bestechend fremdartiges“ soziales Panorama, versichert die Rezensentin. Spannung entsteht für Staude trotz der eher psychologischen Webart des Romans dennoch, nämlich durch die Frage, ob es den Kollegen gelingt, den in Japan so wichtigen Schein aufrecht zu erhalten.“

Deutschlandfunk Kultur sagt, ich zitiere: „… bemerkenswerterweise aber erst 3 Tage nach der Tat – entwickelt sich Spannung nicht durch Figurenpsychologie, sondern durch starre institutionelle oder moralische Strukturen, meint der Rezensent. So ist auch das „eigentliche Vergehen“ Kajis, das im Romanverlauf aufgedeckt werden soll, letztlich ein Ausbruch aus dem System, deutet Mensing an.“

User Marcus Müntefering sagt, ich zitiere: „… Ein fast schon versöhnliches Ende für einen finsteren Roman. Yokoyama erzählt kühl und distanziert, kommt seinen Figuren nie zu nahe. So verstellen weder Emotionen, noch aufgesetzte Dramaturgie oder literarische Mätzchen den Blick auf die atemberaubende Präzision, mit der Yokoyama seine Geschichte ablaufen lässt. Deren Faszination kann sich niemand entziehen, der von einem Kriminalroman mehr erwartet als die übliche Triade aus Verbrechen, Ermittlung und Aufklärung.“

User Kolja Mensing sagt, ich zitiere: „… Erst danach, an den beiden Tagen nach ihrem Tod, kurz vor seinem 50. Geburtstag, bricht er aus. Das ist sein eigentliches Vergehen: Kaji verlässt das System. Und das ist ein Verbrechen, das in Japan genauso geahndet wird wie im Rest der Welt: mit lebenslang.“

User S. Fritze sagt, ich zitiere: „Yokoyama hat mich wieder völlig in seinen Bann gezogen. Die Selbstanzeige ist eigentlich ein klarer Fall und doch ereignet sich eine Vertuschungsaktion, die sich durch viele Instanzen durchzieht. Die Auflösung war so emotional, dass sie mir das Herz gebrochen hat.“

User Thomas Gisbertz sagt, ich zitiere: „… Hideo Yokayamas aktueller Roman ist mehr als ungewöhnlich. Es geht nicht um die Tat an sich, sondern vielmehr darum, wie man mit ihr und den gewonnenen Ergebnissen umzugehen hat. „50“ versteht sich somit als Kritik am Selbstverständnis der Ordnungssysteme.

Kühl und distanziert beschreibt der Autor ein System, dass nicht mehr zeitgemäß ist und trotzdem Ausdruck einer Gesellschaftshaltung bleibt. Bei aller sprachlichen Brillanz wird es einigen an Spannung und besonders Tempo mangeln. Auch die besondere Struktur de Romans, bei dem es nicht um den Täter und die Hintergründe seiner Tat geht, wird nicht jedem zusagen. Und dennoch: „50“ ist ein besonderer Krimi mit dem Blick für die Schwächen eines Gesellschaftssystems.“

Sie werden mit diesem Buch Japan aus einem anderen Blickwinkel kennen lernen. Hier geht es gar nicht um Sushi oder Stäbchen, nein, hier geht es um die Gesellschaft, Justiz, Presse und das „andere“ System, das die normalen Leute nicht kennen.

Hideo vielen Dank für dieses grandiose Werk.

Produktbeschreibung – ( ! Achtung spoiler Alarm ! )

Als vorbildlicher Polizist genießt Sochiro Kaji bei seinen Kollegen der Präfektur W in der japanischen Provinz einen tadellosen Ruf. Bis sich der 49-Jährige eines Tages selbst anzeigt und angibt, seine an Alzheimer erkrankte Frau auf ihren Wunsch hin getötet zu haben.

Der Fall scheint eindeutig, doch Kriminalkommissar Kazumasa Shiki findet keine Ruhe, denn Kajis Geständnis weist rätselhafte Lücken auf. Als er auf eigene Faust weiterermittelt, stößt er in Kajis Wohnung auf eine Kalligrafie mit den Worten: »Der Mensch lebt 50 Jahre«. Offenbar hat Kaji vor, sich in einem Jahr das Leben zu nehmen. Aber warum ausgerechnet dann? Quelle: https://amzn.to/2Y3XpwW

Ich hoffe Ihnen hat die Buchvorstellung „50“ gefallen. Falls Sie Hideo Yokoyama nicht kennen, jetzt kennen Sie ihn und jetzt sollten Sie als Krimi Fan ihn auch sehr beherzigen, denn dieser Kerl ist ein Meister in seinem Fach.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und danke das Sie mein Blog besucht haben.

Über ein like oder feedback Ihrerseits würde ich mich sehr freuen. Bis morgen in alter Frische.

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