Nicht nur bei uns hier in Deutschland gibt es Alltagsrassismus oder anderweitiger ethnischer Rassismus, auch bei anderen Ländern gibt es Rassismus ohne Ende. Einer dieser Länder ist Frankreich.

Das liegt wahrscheinlich daran, das Frankreich damals in seiner Kolonialzeit oder in seinen damaligen Kriegen nicht gerade zimperlich mit den jeweiligen Ländern und der dortigen lebenden Bevölkerung umgegangen ist.

Wenn man die Geschichte betrachtet und den unabhängigen Historikern mit ihren Belegen, Beweisen und Fotos glauben schenken kann und darf, dann hat ehrlich gesagt Frankreich eigentlich ein massives Problem am Hals.

Aber das wird wahrscheinlich nicht gerade gern gesehen in der französischen Presse oder in der französischen Politik schätze ich mal. Wie fange ich jetzt am Besten an, ohne die Gemüter irgend wie zu verletzen !

Cote d´Azur ist bestimmt ein Begriff für viele. Einer dieser Metropolen in Cote d´Azur ist Marseille. Marseille hat seine schönen Seiten und Sie können mir eins glauben, diese große Stadt ist wirklich atemberaubend schön.

Aber Marseille bietet auch seine heftigen Schattenseiten und das nicht gerade wenig. Wenn man sich mit der Thematik Marseille etwas intensiver beschäftigt, dann will man ehrlich gesagt diese schöne Stadt gar nicht besuchen wollen.

Denn in Marseille herrscht regelrecht Krieg. Ist keine Seltenheit das mitten in der Stadt tagsüber jemand eiskalt abgeknallt wird oder man irgend welche abgetrennte Körperteile in irgend welchen Fässern findet oder ähnliches.

Denn in Marseille regieren unterschiedliche Mafia Clans. Da wäre die französische Mafia, die algerische Mafia und noch viele weitere andere kleinere Randgruppen im Spiel. Keiner traut dem anderen, denn es geht um Einfluss, Geld und Macht. Die Netzwerke sind gesteckt.

Jeder will was vom großen Kuchen haben. Und wenn ich von Geld rede, dann sind das keine kleinen Cent Beträge, da geht es richtig um riesige Summen an Kohle, das ein Normalsterblicher sich gar nicht vorstellen kann.

Es wird tonnenweise Drogen geschmuggelt, Frauenhandel bis zum geht nicht mehr, Erpressung der brutalsten Art, grausamer Auftragsmorde und noch ein paar andere bösartige Spielereien, die die unterschiedlichen Mafia Clans so im Petto haben.

Sie können mir eins glauben, wenn Sie in Marseille überleben möchten, dann brauchen Sie entweder saumäßig gute und sichere connections oder Sie lassen am Besten die Finger davon. Denn dort verbrennt man sich nur und das ist so sicher wie Amen in der Kirche.

Diese Geschichte fängt 11 Jahre nach der Unabhängigkeit Algeriens an. Wie Sie ja wissen war damals Algerien unter den Fittichen der Franzosen und Sie können mir eins glauben, die Franzosen haben damals mit den Algeriern ziemlich üble Dinge veranstaltet. In Marseille kocht es spürbar, immer mehr und mehr.

Immer heftiger und heftiger. Manch einer in der Marseiller Polizei hat null Probleme mit Rassismus und das leben sie auch offen regelrecht aus. Dann passiert eines Tages folgendes.

Ein französischer Busfahrer wird brutal ermordet und dann nimmt alles seinen eigenen Weg. Das kann man nicht mehr stoppen. Unmöglich. Die Gemüter haben die Grenzen schon längst überschritten.

Eskalation ist vorprogrammiert, aber nicht nur das. Die Scharfmacher und andere Rassisten und Faschisten pushen alles mögliche und dann ist Pogromstimmung plötzlich da. Das wollte man eigentlich nicht, aber jetzt hat man die Scheiße am Hals kleben.

Das hat zur Folge, das ein Junge mitten auf offener Straße regelrecht niedergemäht wird. Aber die Marseiller Polizei hat ehrlich gesagt kein Interesse diese Fälle zu untersuchen.

Es wird zwar eine Untersuchung gestartet, aber das macht man so richtig lustlos, zeigt kein richtiges Interesse, macht ständig absichtlich Fehler, lässt irgend welche Beweise verschwinden, etc. pp..

Aber dann kommt Bewegung ins Spiel. Denn der Commissaire Daquin übernimmt diese Fälle. Es gibt aber ein kleines Problem bei ihm.

Er kommt gar nicht aus Marseille und deswegen weis er gar nicht, wie man sich in Marseille verhält, wie man vor geht, was man berücksichtigen muss und wem man überhaupt vertrauen kann.

Marseille gehört zwar zu Frankreich, aber dort herrschen sozusagen eigene Gesetze und Regeln. Entweder passt man sich an und dann hat man seine Ruhe oder man passt sich nicht an und dann hat man im nächsten Augenblick eine Kugel im Kopf.

Das ist Marseille.

Inhalt – ( ! Achtung spoiler Alarm ! )

Elf Jahre nach der Unabhängigkeit Algeriens schwelt es an der Côte d’Azur. Bei Teilen der Marseiller Polizei gehört Rassismus zum guten Ton. Der Mord an einem französischen Busfahrer wirkt wie ein Signal zur Eskalation, Scharfmacher schüren die Pogromstimmung, ein Junge wird auf offener Straße niedergemäht. Man ermittelt halbherzig und schlampig – bis Commissaire Daquin auf den Plan tritt. Doch er ist kein Marseiller. Quelle: https://amzn.to/3lMXwX1

nette Buchvorstellung ( auf französisch ! )

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eine Doku über Marseille

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eigene Meinung

Also zunächst einmal die Frau Dominique Manotti, das ist gar nicht ihr richtiger Name. Ihr richtiger Name lautet Marie-Noelle Thibault und ist eine atemberaubende französische Schriftstellerin.

Und wieder einmal hat diese Dame mit dem Kriminalroman „Marseille.73“ noch einmal bewiesen, das sie vom Fach ist. Ich habe beispielweise „Letzte Schicht“ oder „Einschlägig bekannt“ von ihr schon gelesen. Daher kenne ich diese Schriftstellerin auch.

Aber mit „Marseille.73“ hat diese Dame so einen riesen Knaller hingehauen, alter Verwalter, das war ein richtig harter Stoff, sogar für mich.

Man kann sagen was man will, aber die Spannung hat in diesem Buch echt einen innerlich platt gemacht und zwar so richtig platt gemacht.

Aber nicht nur das, sie hat mit diesem Buch auf eine außergewöhnlichen Art und Weise gezeigt, wie Marseille eigentlich tickt. Das ist eine Stadt für sich und dort herrschen nur die eigenen Regeln und Gesetze.

Diese Stadt kann man nicht einfach so mit anderen Städten vergleichen. Marseille ist Marseille und bleibt Marseille. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten, ist sehr wichtig.

Auf der einen Seite zeigt sie die Stadt und auf der anderen Seite zeigt sie die andere Stadt, aber halt eben die gleiche Stadt. Und diese andere Stadt Marseille, das ist ein hartes Pflaster. Da geht es richtig brutal zu.

Und das geilste ist, die Dominique Manotti hat es schonungslos dargestellt und das finde ich mega in diesem Buch.

Andere Schriftsteller schwadronieren gerne mal um den heißen Brei herum oder ziehen gewisse Dinge in die Länge, diese Dame kommt zum Punkt und zeigt schonungslos, was Brutalität überhaupt eigentlich bedeutet.

Und wenn ich Ihnen sage Brutalität, dann meine ich auch richtige und heftige Brutalität. Das war die Stadt Marseille.

Aber wir haben ja noch den genialen Daquin. Er kommt zwar nicht aus Marseille und kennt sich mit den Gepflogenheiten von Marseille nicht aus, aber dieser Polizist hat seinen eigenen Kopf und kann dennoch sehr gut ermitteln.

Sie werden sehen, wie dieser Daquin auf alles achtet, berücksichtig, hinterfragt und analysiert. Der macht einfach sein Ding, weil er sein Beruf als Berufung ansieht.

Das ist kein korruptes Schwein wie die anderen Bullen in Marseille, das ist eine ehrliche Haut, der sein Beruf mit Haut und Haaren liebt und das lebt er auch aus und zwar mit Intelligenz, Scharfsinn und Beobachtungsgabe.

Durch und durch ein guter Bulle eben. Und dann haben wir noch das Thema Rassismus. Tja dazu fällt mir einfach nichts mehr ein, höchstens nur das, die Rassisten und Faschisten und andere Scharfmacher sind und bleiben der Dreck unter meinem Fingernagel. Es ist alles gesagt, mehr brauche ich dazu nicht zu äußern.

Rezensionen

Hier habe ich ein paar sehr überzeugende Ansichten, die auch Ihnen bestimmt sehr gefallen wird.

User Paul Polter sagt, ich zitiere: „… Beide Rassismen verletzen nicht nur die „Menschlichkeit“, sondern vor allem konkrete Menschen selbst, ihre Gemeinschaft und das gesellschaftliche Vorwärtskommen eines guten Lebens für alle. Menschen werden zu Manövriermassen, zu Schachfiguren im politischen (Intrigen-)Spiel, zu Charaktermasken, sie und ihre Lebensumstände, ihre Arbeits- und Lebensbedingungen verschwinden hinter den Parolen, dem Haß, der rassistischen Formierung als „Weiße“, „Araber“, „Franzosen“, „Kanaken“ …

Manotti hat keine Verschwörungstheorien nötig, sondern sie sichtet die unterschiedlichen materiellen und politischen Interessen der einzelnen Fraktionen der verschiedenen Polizei- und Machtapparate des Staates und macht ihr Handeln sichtbar und verständlich und nachvollziehbar. Trotz all dem Haß, dem „Sumpf“ und der Gewalt ist „Marseille.73“ auch eine kleine Liebeserklärung an die Stadt, die bewegten Menschen, den Vieux Port, das Mittelmeer, die Calanques … Das ganze garantiert einen guten Roman Noir aus ihrer Feder.“

User Havers sagt, ich zitiere: „… Im Sommer/Herbst 1973 brennt nicht nur in der Hafenstadt die Luft. Die Situation eskaliert, rassistische Gewalttaten häufen sich. Innerhalb von sechs Monaten werden mehr als fünfzig Algerier ermordet. Erschossen, erschlagen, davon ca. 20 allein in Marseille. Und es sind nicht nur die Pied-noir, die dafür verantwortlich sind. Polizei, Justiz und Presse sind mitschuldig, aktiv und passiv daran beteiligt, verschließen die Augen, lassen Ermittlungen ins Leere laufen.

Die Historikerin Dominique Manotti ist eine schonungslose Chronistin, legt die Finger auf die Wunden der französischen Gesellschaft. Entstanden vor langer Zeit, nie vollständig verheilt und immer wieder aufbrechend. Sie schreibt wider das Vergessen und schafft so eine Verbindung zu den rassistischen Exzessen unserer Gegenwart, nicht nur in Frankreich. Unbedingt lesen!“

User Zez sagt, ich zitiere: „Hat mir gut gefallen, wenn es auch nicht der beste Manotti ist. Dafür entschädigt der Realismus (und die Glaubwürdigkeit) der Geschichte, die ja auf wahren Begebenheiten beruht. Und man fühlt sich ein wenig an die NSU-Mordserie erinnert, v.a. weil auch hier die Opfer kriminalisiert werden und Behörden zu vertuschen suchen.“

Lediglich nur 3 Ansichten, aber die haben es in sich. Ist halt ein typischer Manotti Buch, einfach nur genial geschrieben. Diese Frau hat es wirklich faustdick hinter den Ohren, Hut ab. Mehr gibt es nichts zu sagen.

Produktbeschreibung – ( ! Achtung spoiler Alarm ! )

Elf Jahre nach der Unabhängigkeit Algeriens schwelt es an der Côte d’Azur. Bei Teilen der Marseiller Polizei gehört Rassismus zum guten Ton. Der Mord an einem französischen Busfahrer wirkt wie ein Signal zur Eskalation, Scharfmacher schüren die Pogromstimmung, ein Junge wird auf offener Straße niedergemäht. Man ermittelt halbherzig und schlampig – bis Commissaire Daquin auf den Plan tritt. Doch er ist kein Marseiller. Quelle: https://amzn.to/3lMXwX1

Ich hoffe Ihnen hat die Buchvorstellung gefallen. Übrigens zwar sind ein paar wenige Passagen „erfunden“, aber das meiste basiert auf wahre Begebenheiten in diesem Buch, also eine Art Geschichtsbuch kann man dazu sagen.

Einfach nur kaufen, lesen und einen perfekten Kriminalroman erleben. Vielen Dank Dominique Manotti für dieses Meisterwerk.

Vielen herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und danke das Sie mein Blog besucht haben.

Über ein like oder feedback Ihrerseits würde ich mich sehr freuen. Bis morgen in alter Frische.

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